Moeder in Israël - een geschiedenis van het Amsterdamse Asjkenazische jodendom

Titel
Moeder in Israël - een geschiedenis van het Amsterdamse Asjkenazische jodendom

Jaar
1964

Pagina's
138



REORGANISATIE VAN HET SEMINARIUM

Op 29 januari van het jaar 1862 voltooide te Bonn J. H. Dünner, cand. theol. et phil., zijn ,,Denkschreiben an ein wohllöbliches königliches Curatorium des niederländischen israelitisch-theologischen Seminars in Amsterdam, die Reorganisirung dieser Anstalt betreffend”. Een vrij uitvoerig rapport, waarin de „designirter Director dieses Seminars” zijn gedachten formuleert.

Het is een taai Duits stuk maar de inhoud ervan is onontbeerlijk voor goed begrip van de richting, die de nieuwe Rector voor de oude school van Arjeih Leib insloeg. Het rapport is driedelig. In de inleiding wordt een strakke lijn getrokken, die curatoren inzicht dient te geven in de historische ontwikkeling van het Jodendom. „Aufforderungen, die unsere Zeit den Rabbiner stellt” — daar begint het mee, daar gaat het om. En het sterk door negentiende-eeuwse filosofische inzichten bepaalde betoog eindigt met te constateren, dat de gecompliceerde maatschappelijke structuur van „onze” maatschappij geheel andere eisen stelt aan een Joodse leiding, die zich nochtans de historische wortels van onze Joodse cultuur bewust dient te blijven. De Jood moet

„in beständig bewusstem Zusammenhange mit der Vergangenheit stehen. Bildung dieses so oft missbrauchte und noch mehr missverstandene Wort bedeutet im wahren Sinne des Wortes das Erwachen des Geistes, das Innewerden des nothwendigen Zusammenhanges und Zusammenwirkens aller seiner Richtungen, die Erkenntniss seiner ethischen Bestimmung, durch welche Erkenntniss er den richtigen Massstab für alle seine Beziehung im Leben hat, und eine solche Bildung ist das wirkliche Bedürfniss unserer Zeit. Was anders aber kann uns diese Bildung geben, als die genaue Kenntniss der Vergangenheit und ihres Verhältnisses zur Gegenwart? Ist auch die Erreichung dieser Bildung in ihrer ganzen Bedeutung nicht einem Jeden möglich, so ist sie doch eine nothwendige Bedingung eines jeden Fachgelehrten und um auf das, was uns zunächst beschäftigt, zurück zu kommen, gewiss die Sache des Rabbiners, dessen eigentliche Aufgabe es ist, die durch sein Forschen erlangten Resultate in einem verständlichen, fasslichen, anschaulichen Vortrage seiner Gemeinde mitzutheilen. Denn nur die Einsicht in die Erhabenheit und Göttlichkeit der Religion und Moral, die sich erst in ihrem zusammenwirkendes Verhältniss zu den ändern Geistesrichtungen in ihrer wahren Gestalt zeigen, ist im Stande, das von der Zeitströmung überraschte und zurückgedrängte religiöse Element in der Gemeinde in sein früheres Recht einzusetzen. Und diese Einsicht der Gemeinde zu verschaffen, ist ein integrirender Theil der rabbinischen Wirksamkeit; und diesem gefühlten Bedürfnisse ist auch der bedeutende Einfluss der Kanzel in unsern Tagen zu zuschreiben. Wollte man, sich auf eine traurige Thatsache stützend, dass trotz, ja grade seit der Herrschaft der Kanzel das religiöse Leben immer mehr verkümmert und bald in den letzten Zügen liegt, diese Erklärung als eine Hypothese zurückweisen, wo würde man abermals den ungeheuren Fehler begehen, die Folge mit der Ursache zu verwechseln. Der Grund jener Erscheinung liegt grade in der frühem mangelhaften Ausbildung der Volkslehrer. Als das gedachte Bedürfniss vor einigen Decennien in den Gemeinden erwachte, da fand es die Repräsentanten des Judenthums nicht in der Fassung, weil fern von allem gesellschaftlichem Verkehr und in sich vertieft, seiner Forderung genügen zu können; von diesen zurückgewiesen und von der Bewegung der Zeit fortgerissen warf man sich, unreif und unerfahren, der speculirenden Heuchelei oder der geschwätzigen mit der erbärmlichen Kenntniss der allgemeinen, zum Theil unjüdischen Moral ausgerüsteten Ignoranz in die Arme. Sollen aber diese Schäden ausgebessert werden, so müssen die künftigen Rabbiner ein allgemeines gründliches jüdisches, wie allgemeines Wissen besitzen, und alle gegen die um sich greifende Ansteckung einer missverstandenen Bildung angewandten Mittel werden vergeblich sein, so lange dem Rabbiner der Vorwurf gemacht werden kann: Du magst ein frommer, tüchtiger Rabbiner sein, aber Du verstehst Deine Zeit nicht, oder bist alles,

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